Mermaid Honeymoon [Flitterwochen der Meerjungfrau] Eine kuratorische Reflexion über Allan Sekula’s Ship of Fools / The Dockers’ Museum (2010-2013)

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Event

M HKA, Antwerp

18 January 2020 - 26 April 2020

Allan Sekula (Erie, 1951 - Los Angeles, 2013) war ein US-amerikanischer Künstler, Fotograf, Schriftsteller, Filmemacher und Aktivist. Seine Arbeit beschäftigt sich mit Themen wie Arbeitsbedingungen und Klassenkampf, in Kombination mit einer harschen Kritik des globalisierten Kapitalismus.

Mermaid Honeymoon zeigt eine Auswahl aus Sekulas Ship of Fools/The Dockers’ Museum, einem unvollendeten Projekt, an dem er von 2010 bis zu seinem Tod arbeitete. Das Projekt besteht aus zwei Teilen: Ship of Fools ist eine Sammlung fotografischer Bilder und Dias, die von Sekula selbst gemacht wurden, hauptsächlich während seiner Reisen an Bord des Kampagnenschiffes Global Mariner (1998-2000). Darüber hinaus umfasst The Dockers’ Museum eine Sammlung von circa 1250 Artefakten, die der Künstler hauptsächlich online erworben hat: Objekte, Fotos, Grafiken, Postkarten und Drucke. The Dockers’ Museum steht in der Tradition von Künstlermuseen, in denen das Sammeln im Mittelpunkt steht. Gleichzeitig wird der heutige Archivwahn infrage gestellt, so dass das Projekt als Anti-Museum und Anti-Archiv angesehen werden kann. Sekula weigerte sich nämlich, eine Hierarchie innerhalb der Objekte seines Anti-Museums zu schaffen. Die „Objekte von Interesse” in The Dockers’ Museum, wie Sekula sie nannte, dienen als Erinnerung an den sozialen Kampf in und um die Docks. Sie zeigen die Wertschätzung Sekulas für den Hafenarbeiter, der für ihn als Bindeglied zwischen Land und Meer der Archetyp aller Arbeiter der Welt ist. Bei diesem letzten Projekt wuchs das Interesse Sekulas an der Figur der Meerjungfrau und damit auch an mechanischen Geräten, die Signale erzeugen, wie Sirenen und Hörner. Ebenso wie der Hafenarbeiter fungiert die Meerjungfrau als Bindeglied zwischen Land und Meer, wobei beide symbolhaft für Veränderung und Erneuerung stehen. Dies legt eine Symbiose nahe und birgt den Keim einer neuen Richtung oder Orientierung, sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft als Ganzes in sich.

Kuratorin: Anja Isabel Schneider

Diese Forschungspräsentation ist das Ergebnis eines Doktorandenprogramms in kuratorischen Studien  im Rahmen des Projekts Kunst tegen de stroom van “Collectieve Sisyphus” in: de casus van Allan Sekula’s Ship of Fools/The Dockers’ Museum (20102013), entwickelt vom M HKA und von dem Lieven Gevaert Centre (LGC) der Katholischen Universität Leuven und der UCLouvain, mit Professor Hilde Van Gelder als Promotor. Mit Unterstützung vom Forschungsfonds der Katholischen Universität Leuven, dem Fonds für Wissenschaftliche Forschung - Flandern (Wetenschappelijk Onderzoek-Vlaanderen, FWO) und dem Allan Sekula Studio Fonds.

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