Joseph Beuys – Grüße aus Eurasien

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Event

M HKA, Antwerpen

13 October 2017 - 21 January 2018

Die Ausstellung Joseph Beuys – Grüße aus Eurasien befasst sich sowohl mit Beuys’ Aktivitäten in Antwerpen in den 1960er und 1970er Jahren als auch mit seiner Bedeutung für eine neue Generation.

Joseph Beuys war in den späten 1960er, frühen 1970er Jahren im Rahmen seiner Beziehungen zur Wide White Space-Galerie, in der er ein fest etablierter Künstler war, in Antwerpen aktiv. Hier hat er am 9. Februar 1968 neben seinen zahlreichen Ausstellungen u.a. seine Performance Eurasienstab in Zusammenarbeit mit Henning Christiansen präsentiert. In erster Linie beschäftigt sich diese Ausstellung mit dem Künstler Beuys, der nicht nur in Antwerpen aktiv war (wo er weiteren Schlüsselfiguren wie Marcel Broodthaers begegnet ist), sondern auch – auf inzwischen weitgehend vergessene Weise –insgesamt einen großen Eindruck in Belgien hinterlassen hat.

Die Ausstellung befasst sich mit Beuys als Person, deren Vorgehensweise im Widerspruch zur Logik und Vorherrschaft des Modernismus‘ stand. In diesem Sinne war er die Verkörperung der Anti-Moderne. Auf der Grundlage seiner Eurasienstab-Performance untersucht die Ausstellung, inwieweit Beuys’ ‚Eurasien‘-Konzept Teil seiner antimodernen Auffassung war, den Blick derart von der Geschichte des „Westens“ abgewandt und der Vision einer Affinität zum „Osten“ zugewandt, dass sich solche Unterschiede gar völlig auflösten. Diese Vision stand eher im Bezug zu kultureller Tiefe, Mystik und Natur und spiegelte sich in seinem politischen Engagement wider; seine politischen Auffassungen äußerten sich im Glauben an die Debattenkultur, Kreativität, direktes Handeln und Freiheit.

Die Ausstellung umfasst zahlreiche große Werke von Beuys, einschließlich einer Reihe von Installationen in Bezug auf wichtige Aktionen und Aktivitäten, u.a. Eurasienstab (1968) sowie Honigpumpe am Arbeitsplatz (1977), die er 1977 bei der Documenta 6 in Kassel aktiviert hatte; ein Werk, das seine Vorstellung der ‚Sozialskulptur‘ veranschaulicht. Außerdem wirft die Ausstellung einen Blick auf die lange in Vergessenheit geratenen Aktivitäten der Freien Internationalen Universität Antwerpen, die in den frühen 1980er Jahren ebenfalls von Beuys und einheimischen Künstlern gegründet worden war. Es ist die erste große Ausstellung mit Werken von Joseph Beuys seit den 1980er Jahren in Belgien; damals lebte der Künstler noch.

Kuratiert wird die Ausstellung von Nav Haq, Senior Kurator, M HKA

Die Ausstellung ist die erste in einer Reihe monografischer Ausstellungen im M HKA, die sich mit den in Antwerpen aktiven Schlüsselfiguren der Avantgarde aus der Nachkriegszeit befassen; dabei fungiert die Stadt als Teil eines Netzwerks von Szenen aus der dicht besiedelten Region der Benelux-Länder und des Rheinlands. Die 2018 und 2019 folgenden Ausstellungen konzentrieren sich auf Marcel Broodthaers und James Lee Byars.

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